Pferde-ABC

Wildling

Bezeichnung für verwilderte Hauspferde oder Hausesel und deren Nachkommen. Pferde und Esel wurden von den Europäern bei der Vereinnahmung neuer Kontinente mitgenommen. Manche Tiere konnten entlaufen, andere wurden zurückgelassen z. B. Jungtiere, weil man sie nicht gebrauchen konnte. In Nord- und Südamerika, in Südostasien, in der pazifischen Inselwelt, in Australien und sogar in Südafrika gab es zu Zeiten der Einwanderer noch große Gebiete, in denen Pflanzenfresser wie Pferde und Esel ausreichend natürliches Futter und Wasser fanden.

Wo sich fortpflanzungsfähige Tiere beider Geschlechter zusammenfanden, gab es auch bald Nachwuchs. Seit langem gelten Wildlinge jedoch bei den Landwirten als Plage, weil sie die Weideflächen der Haustiere beanspruchen. Daher wurden und werden Pferde- und Esel-Wildlinge in aller Welt oft grausam verfolgt. Heute sind sie meist auf kleine Reservate zurückgedrängt oder sie müssten in extreme Gebiete ausweichen, in denen es an Nahrung und Wasser mangelt.

So kommen viele Wildlinge erbärmlich durch Verhungern und Verdursten ums Leben. Selbst Natüruschutzorganisationenen sind oft nicht bereit, für Wildlinge etwas zu unternehmen, da sie sie nicht zu den natürlich vorkommenden Wildtieren rechnen. Zoologisch gesehen sind Wildlinge nämlich keine echten Wildpferde. Das einzige noch erhaltene Wildpferd ist das Przewalskipferd.