Pferde-ABC

Wälzen

Grundbedürfnis der Pferde und ein wichtiger Teil der Fell- und Hautpflege.

Pferde wälzen sich besonders gerne auf trockenem Sand, aber ebenso auch in Schlammpfützen und auf Pulverschnee; nasser Schnee wird gemieden, da er das Fell durchnässen und die Körperoberfläche in Kombination mit der kalten Außentemperatur stark auskühlen würde.

Abkühlung
In Wasserstellen, aus denen sie trinken, nehmen Pferde jedoch besonders an heißen Tagen gerne ein Wälzbad. Kotstellen werden beim Wälzen gemieden, und auf frischem, fressbarem Gras wälzt sich ein Pferd meist nur dann, wenn es keine andere Gelegenheit hat. Man kann die Absicht eines Pferdes, sich zu wälzen, recht gut erkennen:Es schnuppert meist ausgiebig an einer Stelle herum, umkreist sie mit Trippelschritten und scharrt mit den Vorderhufen. Dann knickt es in den Vorderbeinen ein und lässt sich meist einfach zur Seite fallen.

Tut gut
Beim Wälzen reibt das Pferd Kopf, Hals, Rücken und Seiten heftig und oft mit wohligem Brummen auf dem Boden. Dabei werden lose Haare, abgestorbene Hautzellen, Parasiten und Schmutz von der Haut gelöst oder im Schlamm eingebacken. Wenn sich das Pferd wieder erhoben hat, schüttelt es sich kräftig;dabei schleudert es Nässe, Sand oder Schnee und die losen Partikel aus dem Fell. Zudem wird das Fell aufgelockert und liegt nach dem Schütteln wieder im natürlichen Haarstrich.

Reiterpech
Zum Leidwesen vieler Reiter wälzen sich Pferde oft sofort, nachdem sie ordentlich gestriegelt und gebürstet wurden. Vermutlich liegen dann die Haare zu dicht an und verhindern dann, dass sich eine isolierende Luftschicht bilden kann. Vor dem Satteln muss man die Pferde dann nochmals bürsten, damit verbliebene Staub- und Sandkörner nicht zu Druckstellen führen. Besonders wälzbedürftig sind Pferde, die stark schwitzen. Der Schweiß verkrustet nämlich und juckt, vor allem unter dem Sattel- und Zaunzeug. Sehr starker Wälzdrang kann sogar dazu führen, dass sich ein Pferd mit Sattel auf den Boden wirft und versucht zu wälzen. Dies ist allerdings nicht nur für den Sattel gefährlich; das Pferd kann sich üble Rückenverletzungen zuziehen. Man sollte deshalb ein verschwitztes Pferd schnellstmöglich absatteln und es wälzen lassen oder waschen.

Auf der Weide
Auf der Weide hat das Wälzen meist eine ansteckende Wirkung auf die anderen Pferde einer Herde: ein erwachsenes Pferd nach dem anderen wälzt sich, und die Fohlen schauen den Alttieren verblüfft dabei zu bis sie sich schließlich selbst zum Wälzen hingeben. Wenn Pferde keine Gelegenheit bekommen, sich im Freien zu wälzen, versuchen sie es oft auf der frischen Einstreu in der Box. Dies ist in jedem Fall gefährlich, denn die Pferde können sich anschlagen oder festlegen. Bei einer Kolik darf sich ein Pferd auf keinen Fall wälzen, da dies eine lebensgefährliche Darmverschlingung hervorrufen oder sie noch verschlimmern kann.