Pferde-ABC

Voltigieren

Bedeutet so viel wie Turnern auf dem Pferd. Das Voltigieren war bereits bei den Römern als Training der berittenen Einheiten bekannt. Später wurde auch bei der Kavallerie in anderen Ländern voltigiert. Voltigierkünste werden außerdem im Zirkus gezeigt, dennoch hat sich das Voltigieren als Sportart durchgesetzt. 1928 war diese Disziplin sogar bei den Olympischen Spielen vertreten. Heute voltigieren überwiegend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Ablauf und Regeln
Voltigiert wird auf einem galoppierenden Pferd. Dieses läuft dabei auf einer Kreislinie mit einem Durchmesser von 13 Metern. Im Zentrum des Kreises steht der Longenführer.

Die Voltigierer laufen einzeln zum Pferd, passen sich dem Trakt seiner Bewegung an und springen dann mit Hilfe eines breiten Ledergurts mit Haltegriffen auf den Pferderücken.

Es gibt Hunderte von Übungen, die einzeln, zu zweit oder zu dritt ausgeführt werden. Für den Gruppenwettkampf ist ein Pflichtteil mit den Grundfiguren Grundsitz, Stehen, Fahne, Mühlen, Flanke und Schere vorgeschrieben. Die Kür muss aus Einzel- und Kombinationsfiguren bestehen. Spätestens wenn man volljährig ist, darf man nur noch als Einzelvoltigierer in den Wettbewerb gehen. 1986 wurde in der Schweiz die erste Weltmeisterschaft im Gruppen- und Einzelvoltigieren ausgetragen. Inzwischen ist das Paarvoltigierendazu gekommen.

Voltigierpferde Galopp auf der linken Hand
Vor lauter Begeisterung über die Voltigierer mit ihren oft artistischen  Leistungen vergisst man leicht die Voltigierpferde. Solche Pferde sind einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt. Von einem Voltigierpferd wird verlangt, dass es für eine Dauer von bis zu einer Viertelstunde ununterbrochen schwungvoll und gleichmäßig galoppiert und zwar immer nur in eine Richtung, nämlich auf der linken Hand. Dies führt zu einer sehr einseitigen Belastung. Gleichzeitig muss das Pferd das Gewicht der Voltigierer, ihre Aufsprünge und wechselnden Bewegungen auf seinem Rücken ausbalancieren können.

Außerdem darf ein Voltigierpferd weder zu behäbig noch zu temperamentvoll sein, damit es einerseits fleißig galoppiert, andererseits aber die Voltigierer nicht in Gefahr bringt.

Voltigierpferde müssen regelmäßig so geritten werden, dass die einseitigen Belastungen gemildert werden.

Sehr geübte Voltigierpferde galoppieren übrigens auf dem vorgeschriebenen Zirkel, ohne von einer Longe geführt zu werden.