Pferde-ABC

Schimmel

Allgemein versteht man unter einem Schimmel ein weißes Pferd. Das ist aber nur bedingt richtig. Denn Schimmel sind Pferde, die erst nach und nach ganze oder teilweise weiß werden beziehungsweise geworden sind. Außerdem gibt es sie nicht nur in reinem Weiß, sondern auch in Weiß mit bestimmten Mustern oder sogar in anderen Farben mit Weißanteilen. Es ist deshalb nicht grundsätzlich falsch, von einem weißen Schimmel zu sprechen!

Spätere Farb-, Muster und Weißschimmel werden fast ausnahmslos dunkel- oder fahlfarbig geboren, häufig jedoch mit Stichelhaar. Manchmal haben sie allerdings nur wenige weiße Härchen am Kopf. Ihre Haut ist dunkel gefärbt. Oft ist bei neugeborenen Fohlen deshalb nur schwer zu erkennen, ob sie später ausschimmeln (ausfärben, umfärben, verblassen), also weiß werden. Deutlich abgesetzte weiße Abzeichen sind jedoch meist ein Hinweis darauf, dass das Pferd farbig bleibt und kein Schimmel wird. Das Umfärben bzw. die Ausschimmelung setzt in der Regel beim zweiten oder dritten Haarwechsel ein, also dann, wenn das Fohlenfell bereits abgelegt ist. Auch Muster, wie sie die Apfelschimmel und Fliegenschimmel haben, werden erst nach einigen Haarwechseln sichtbar.

Manchmal ist das Weiß(er)werden nach zwei bis drei Jahren abgeschlossen, vor allem bei Farbschimmeln. Bis ein Weißschimmel total weiß ist, können aber acht bis zehn Lebensjahre vergehen! Das Langhaar kann ebenenfalls völlig weiß sein beziehungsweise werden Häufig ist es aber auch bei ganz weißen Pferden mit dunkleren Haaren durchgesetzt; manchmal ist es sogar überwiegend dunkel, ebenso wie die Hufe. Die Iris der Augen und die nicht behaarte Haut sind ebenfalls größtenteils dunkel. Bei Mohrenkopfschimmeln bleiben außerdem die Fellhaare im Kopfbereich überwiegend dunkel, teils sind sie mit weißen Sprenkeln oder Stichelhaar durchgesetzt. Die stattfindende Um- und Dunkelfärbung unterscheidet Schimmel eindeutig von Albinos, aber auch von Schecken.