Pferde-ABC

Kandare

Eine Zäumung mit Gebiss. Die blanke Kandare besteht aus einem durchgehenden, ungebrochenen Mundstück, der so genannten Stange, teils mit Zungenfreiheit, und zwei gebogenen oder geraden Steinstücken.

Diese Anzüge, auch Aufzüge, Bäume oder Hebel genannt, haben Ringe für die Zügel und die zur Zäumung gehörige Kinnkette. Das Ganze wird an einem Kopfstück mit Stirnriemen befestigt und meist mit einem Englischen Reithalfter ergänzt.

Die Kinnkette verläuft durch die Kinngrube. Das ist eine Vertiefung hinter der Unterlippe des Pferdes, die reiterlich auch als Kinnkettengrube bezeichnet wird. Die Kette drückt von unten gegen das Nervensystem des Unterkiefers, von oben wirkt das Gebiss. Der Druck setzt sich im Genick des Pferdes fort. Je länger die Hebel sind, umso direkter und schärfer ist die Wirkung des Mundstücks.

Das Bit, die amerikanische Kandarenversion, wird ebenso wie Polokandaren sowie manche Fahrkandaren blank verwendet. Zur europäischen Reitkandare gehört außer dem Stangegebiss eine Unterlegtrense. Das ist eine dünne Wassertrense. Sie liegt im Pferdemaul hinter der Stange und soll deren Wirkung entschärfen. Die Unterlegtresse hat eigene Zügel, sodass der Reiter in jeder Hand zwei Zügel zu führen hat.