Pferde-ABC

Brandzeichen

Kennzeichen im Fell eines Pferdes, die durch Heißbrand oder Kaltbrand zustande kommen. Brandzeichen werden schon bei Saugfohlen angebracht. Zusätzliche Brände gibt es z. B. für Zuchtpferde bei ihrer Eintragung ins Zuchtbuch. Gebrannt wird hauptsächlich am Hals, auf dem Rücken oder am Rücken oder am Oberschenkel eines Pferdes.

Früher
Als es noch keine schriftlichen Dokumente wie Abstammungsnachweise und Zuchtbücher gab, war das Brandzeichen der einzige Besitznachweis für den Eigentümer eines Pferdes, wenn man keine Schnittmarkierungen anbringen wollte (Ohrenmarkierung), Kennzeichnungen waren nicht nur als Schutz gegen Pferdediebe notwendig; oft lebten Pferde verschiedener Besitzer zusammen auf einer Weide oder in einem Wildgestüt.

Häufig wurden die Anfangsbuchstaben des Besitzers verwendet, manchmal auch Symbole, z. B. ein Stern oder eine Schlange oder in vornehmen Familien sogar das Hauswappen. Später wurden auf Gestüten die gezüchteten Pferde mit einem Herkunfts-Brandzeichen versehen. Daraus entstanden allmählich die Brände für die verschiedenen Rassen und Schläge beziehungsweise für bestimmte Zuchtgebiete.

Heute
Brandzeichen gelten heute längst nicht mehr allein als Herkunfts- und Besitznachweis. Sie sind im Winterfell oft schlecht zu erkennen, und manchmal verwachsen sie auch wieder.

Gebrannt wird häufig nicht das Zeichen der Rasse im Mutterland, sondern z. B. ein allgemeines Brandzeichen für Kleinpferde oder das der am Geburtsort des Pferdes heimischen Warmblutrasse. Auf diese Weise verlieren Brandzeichen immer mehr von ihrem ursprünglichen Sinn; sie besagen in solchen Fällen nur noch, dass das gebrannte Pferd in irgendeinem Zuchtbuch eingetragen ist. Moderne Kennzeichnungen sind Chips (Transponder) und Tätowierung.