Pferde-ABC

Alter

Wie alt ein Pferd genau ist, erfährt man am einfachsten durch eine gültige Geburtsbescheinigung oder einen Abstammungsnachweis. Als offizieller Geburtstag für alle gezüchteten Pferde gilt im Allgemeinen der erste Januar eines Jahres. Alle Fohlen, die bis Ende Oktober auf die Welt kommen, rechnet man zu diesem Jahrgang. Fohlen, die ausnahmsweise erst in den letzten beiden Monaten eines Jahres zur Welt kommen, werden zum nächsten Jahrgang gezählt.

Zähne zeigen

Schätzen kann man das Alter von Fohlen und Jungpferden (bis zum Zahnwechsel) ganz gut anhand ihres allgemeinen Entwicklungszustandes und ihres Milchgebisses. Die Lebensjahre eines erwachsenen Pferdes können Experten bis zu einem gewissen Grad an seinen bleibenden Zähnen ablesen. Auch das äußere Erscheinungsbild lässt Schlüsse zu. Allmählich wird, auch bei trainierten Pferden, die Muskulatur und die Haut schlaffer, die Haare um Augen und Nüstern werden weiß. Einbuchtungen über den Augen und eckig gewordene Körperformen deuten bereits auf ein höheres Alter ab etwa 20 Jahren hin. In hohem Alter ab etwa 20 Jahren lässt die Beweglichkeit deutlich nach. Sehr alte Pferde legen sich nicht mehr so häufig zum Schlafen hin.

Pferdejahre

Pferde können gut 30 bis etwa 40 Jahre alt werden, vor allem in der Robusthaltung. Dabei spielt wesentlich auch der Zustand und Erhalt der Zähne eine Rolle. Sensationsmeldungen von 50- bis 60- jährigen Pferden sind deshalb selten glaubhaft. Im Jahre 1994 meldete eine seriöse Tierzeitschrift, dass in Deutschland das zu diesem Zeitpunkt älteste bekannte Pferd, das Shetlandpony Römer, im Alter von 58 Jahren gestorben sei. Womit das hohe Alter belegt wurde, war allerdings auch in dieser Nachricht nicht angegeben.

Gesundheit

Viele Pferde sind heute bereits mit zehn bis zwölf Jahren durch Überforderung als Sportpferde oder als Schulpferde und durch nicht artgerechte Haltung so verbraucht, dass sie unheilbare Gesundheitsschäden haben. Auch unsachgemäße Hobbyreiter tragen oft zum frühzeitigen Verschleiß eines Pferdes bei. Dazu kommen angeborene Gesundheitsmängel, die durch die Zucht verstärkt werden. Dennoch können Leistungspferde bei vernünftigem Einsatz und Umgang das biologisch mögliche Alter erreichen und sind oft noch bis kurz vor ihrem Tod in einem guten Allgemeinzustand.